Jeder regt sich das ein oder andere Mal über bestimmte Entscheidungen unserer Politiker auf. Leider bringt das überhaupt nichts; schließlich erfahren die Politiker davon überhaupt nicht, wenn es nicht gerade ein Fall ist, der in den großen Medien behandelt wird.
Wenn die Politiker – vor allem die Wahlkreisabgeordneten – aber erfahren würden, was der gewöhnliche Bürger von bestimmten Dingen hält, dann könnte das durchaus die Meinung des Politikers beeinflussen. Sicher haben die Politiker ihre Berater oder sind teilweise an Vorgaben Empfehlungen ihrer Partei gebunden. Trotzdem schreibe ich seit einiger Zeit bei Themen, die mich besonders interessieren, den Bundestagsabgeordneten meines Wahlkreises an. Dank Email geht das einfach und schnell (dass man sich trotzdem an bestimmte Regeln wie korrekte Rechtschreibung halten muss, um sich Gehör zu verschaffen, sollte klar sein). Eine Antwort habe ich bisher immer mit ausführlicher Argumentation erhalten. Deshalb kann ich das nur jedem Weiterempfehlen. Sich über etwas ärgern ändert nichts. Seine Meinung mit sachlicher Argumentation denjenigen zu sagen, die etwas ändern können, könnte immerhin etwas ändern. Und manchmal lernt man dadurch auch, etwas besser zu verstehen.
Den für deinen Wahlkreis zuständigen Abgeordneten findest du auf der Homepage des Bundestages. Dort findet man übrigens auch offizielle Online-Petitionen, die bei genügend Stimmen (50.000 in den ersten drei Wochen) im Bundestag debattiert werden! Erstellen kann solch eine Online-Petition jeder, der einen Internetzugang hat.
In letzter Zeit habe ich neben einer Email zur Kennzeichnung der Nährwärte bei Lebensmitteln an meinen Wahlkreisabgeordneten auch an den baden-württembergischen Bildungsminister Rau auf Grund seiner Forderung nach einem verstärkten Verbot von Killerspielen folgende Email gesendet:
Sehr geehrter Herr Rau,
im Zusammenhang mit dem aktuellen Geschehen in Winnenden fordern unter anderem auch Sie ein verstärktes Verbot von Computerspielen, in denen Menschen getötet werden.
Diese Forderung mag bei älteren Generationen durchaus auf Zustimmung stoßen. Diese Generationen kennen Computerspiele schließlich nicht aus eigener Erfahrung und hören immer nur im Zusammenhang mit Amokläufen davon. Auf eine Diskussion, ob derartige Computerspiele für junge Menschen nun gut oder schlecht sind, möchte ich nicht eingehen. Aber als Denkanstoß möchte ich Ihnen folgende Frage stellen:
Auf welchem Weg hat sich der Jugendliche seine Computerspiele (und Filme!) beschaffen?
Ganz einfach: er hat sie sich aus dem Internet heruntergeladen; mit großer Wahrscheinlichkeit illegal. Wenn Sie mir jetzt erklären können, wie ein Verbot von diesen sogenannten Killerspielen und -filmen diesen Amoklauf verhindert hätte, haben Sie einen neuen Unterstützer gefunden.
Mit freundlichen Grüßen,
stevie-o.de
Eine Antwort erwarte ich diesmal aber nicht …
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