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Feb 03

Anonym Emails schreiben und Wegwerf-Email-Adressen

Es gibt zum einen die Möglichkeit, über sogenannte Remailer Emails zu verschicken. Ein Beispiel dafür ist AnonEmail. Man sollte vor deren Benutzung jedoch immer die Hinweise zum Datenschutz lesen, denn der Dienst EasyMail von MailAnonym gibt zum Beispiel an, die eingegebenen Email-Adressen zu speichern. Viele Emaildienste (vor allem Web.de) ordnen von Remailern empfangene Emails als Spam ein oder stellen sie erst gar nicht zu.

Wegwerf-EmailViel einfacher und sicherer ist es deshalb, sogenannte Wegwerf-Email-Adressen zu verwenden. Bei den kostenlosen Diensten wie Temporarily.de oder AntiSpam.de kann man beliebig viele Emailadressen erhalten, die jedoch nur bis zu einem beliebigen Zeitpunkt gültig sind. Die Emails werden an deine echte, dort angegebene Email-Adresse weitergeleitet. Bei Freemailern wie Web.de oder GMX kannst du in den Einstellungen zusätzliche Absender-Email-Adressen hinzufügen, so dass deine echte Emailadresse beim Versenden verborgen bleibt.

Sehr nützlich sind diese Wegwerf-Email-Adressen für Registrierungen. Man gibt eine Wegwerf-Email-Adresse an, die ein paar Tage gültig ist, und bekommt danach nie wieder Erinnerungsmails oder ähnliches. Auch wenn man öffentlich im Forum eine Emailadresse angeben will (z.B. in Foren, bei eBay, etc.), ist das ganz nützlich, denn ansonsten erhält man nach einiger Zeit recht viel Spam.

Ergänzung zum Thema Wegwerf-Emails und anonym Emails schreiben: siehe Kommentare.

Anonym im Internet surfen

Digitale Verhütung mit TorWenn man in Foren oder Blogs etwas schreibt, wird immer die IP-Adresse auf dem Server gespeichert. Will man jedoch anonym bleiben, kann man auf Anonymizer zurückgreifen. Das Prinzip dabei ist, dass man nicht direkt mit dem Zielserver in Kontakt tritt, sondern über einen Zwischenserver (sog. Proxy). Je mehr verschiedene Proxys zwischen dir und dem Zielserver liegen, desto schwieriger ist die Rückverfolgung vom Zielserver aus. Ganz einfach geht es mit “Proxy-Seiten”: eine ganze Liste von Online-Proxys gibt es bei Proxy.org, StayInvisible.com, etc. Auf den ersten Blick gefiel mir die deutsche, schnelle und fast werbefreie Seite Webproxy.ch. Weitere Seiten, die auch mit MyMiniCity schnell funktionieren, sind Proxify.com und FLVShare.com. Wer auf der sichereren Seite sein will, kann Software wie JAP oder Tor nutzen, wodurch man jedoch nur noch Verbindungsgeschwindigkeiten wie zu ISDN-Zeiten erreicht.

Was man nicht vergessen sollte: Ganz anonym kann man nie bleiben, denn dein Internet-Provider weiß immer deine IP und speichert diese auch. Er muss diese jedoch erst bei richterlichen Beschlüssen zur Verfügung stellen und zu einem richterlichen Beschluss kommt es erst, wenn es Anhaltspunkte einer Straftat gab.
Auf vielen Anonymizer-Seiten wird auch nicht erwähnt, ob bei der Nutzung deine IP-Adresse und eventuell deine besuchten Seiten in irgendeiner Form gespeichert oder verarbeitet werden.

Ganz nützlich können solche Anonymizer auch für Dienste sein, die auf eine IP-Adresse beschränkt sind (z.B. Rapidshare, MyMiniCity, etc.). Denn nutzt man einen Anonymizer, tritt man gegenüber dem Zielserver mit einer anderen IP-Adresse auf ;) Diese Art der Nutzung ist jedoch nur eingeschränkt möglich, denn die Online-Anonymizer wie Proxify.com haben immer eine feste IP-Adresse. Wenn also irgendjemand mit Proxify.com Rapidshare genutzt hat, kann das erst nach der Rapidshare-Reloadsperre wieder jemand tun. Bekannte Webproxys sind bei solchen Diensten oft aber auch gesperrt.

Hilfreich kann sowas auch sein, wenn man als Webmaster auf seiner Seite gerade arbeitet und gleichzeitig aus der Sicht eines nicht eingeloggten Users die Seite betrachten will. Außerdem haben chinesische Internetbenutzer keinen Zugriff auf Seiten wie Wikipedia. Über solche Proxy-Lösungen können Sie diese Sperre umgehen.

Zum Spaß kannst du ja mal IP-Adress.com ohne und mit Anonymizer besuchen :)

Siehe auch: Anonymität im Internet (Wikipedia)

7 Antworten zu “Anonym surfen und Emails schreiben”

  1. Kommentar von Stevie:

    Webproxys finde ich außerdem ganz nützlich, um auf Seiten vorübergehend (Java)Scripte zu deaktivieren.
    Und die Telekom übernimmt meine Record-Änderungen bei meiner Domain immer erst Stunden später – mit Webproxys seh ich die Änderungen schon nach kurzer Zeit.

  2. Kommentar von Stevie:

    Beim Aufrufen einer Proxyseite von Proxy.org hat mein AntiVir soeben gemeldet, ich hätte einen Virus (im Browser-Cache). Also vorsichtig sein …

  3. Kommentar von triathlet:

    Danke für die qualifizierte Info,
    hat mir sehr weitergeholfen.

    Werde mal AnonEmail testen,
    die anderen Tipps dann später.

    LG aus Bayern

    triathlet

  4. Kommentar von Stevie:

    Hier gibt es auch noch einen Service, wo man eine beliebige Absender-Emailadresse angeben kann:
    MailFreeOnline.com

    ABER: Man sollte sich die Privacy Policy durchlesen. Auch bei diesem Dienst werden die Angaben anscheinend gespeichert und Newsletter versendet.
    Abgesehen davon kam nach einer Stunde die Email bei mir immernoch nicht an und auch EmailPrivacy.info/test_your_email erhielt keine Email.

    Web.de, GMX.de usw. kann man als Absender aber sowieso vergessen, denn so ziemlich jeder Freemail-Anbieter vergleicht die IP-Adresse des Emailabsenders mit der angegebenen Absender-Email. Wenn in der Absender-Email dann aber test@web.de steht und die Absender-IP-Adresse keine Web.de-IP-Adresse ist, wird die Email nicht zugestellt oder landet im besten Fall im Spamordner. Eine Absender-Email wie zum Beispiel du-bist-so-doof@da-lach-ich-mich-tot.de sollte aber funktionieren.

    Es gibt auch diverse Programme, die man runterladen kann und mit denen man beliebig Emails versenden kann. Allerdings schätze ich die Gefahr zu groß ein, dass man sich dann einen Trojaner o.Ä. einfängt oder die Emailadressen für Werbung missbraucht werden.

    Die sicherste Methode sehe ich immernoch in den Wegwerfemails. Es gibt da ja nicht nur temporarily.de, sondern z.B. auch AntiSpam.de, Sofort-Mail.de, Trash-Mail.de usw. Die beiden zuletzt genannten habe ich aber nicht getestet. Bei Web.de kann man dann in den Einstellungen diese Adressen als Absender angeben und dann ganz einfach über Web.de mit den Wegwerfemailadressen Emails verschicken (auch nachdem die Wegwerf-Adresse nicht mehr gültig ist!). Bei GMX habe ich diese Möglichkeit auf Anhieb jetzt nicht gefunden. Allerdings bietet GMX pro Account drei FunDomain-Emailadressen an. Dafür einfach auf “E-Mail – E-Mail-Adressen” klicken und eine FunDomain-Adresse anlegen. Als Endung gibt es dort zum Beispiel @wolke7.net, @abwesend.de, @aplenjodel.de, @partyheld.de, @liebt-die-frau-seines-chefs.de, @liebt-dich.info, usw. Mit diesen Adressen kann man dann über GMX auch ganz normal Emails verschicken. Die Adresse kann man dann auch wieder löschen, wodurch das ganze ähnlichen Charakter wie die Wegwerf-Dienste hat.
    Versendet man Emails mit Web.de oder GMX bleibt man natürlich nicht ganz anonym, denn man verschickt die Emails aus seinem eigenen Account. Wenn dann jemand zu viel Zeit und bereits eine Email mit deinem echter Web.de- bzw. GMX-Adresse hat, kann man durch genaues Untersuchen des Email-Headers den Absender identifizieren.

    Sehr seriös wirkt auch dieser Anbieter: NervMich.net
    Auch hier kann man sich eine Wegwerfemail für begrenzte Zeit holen – natürlich mit der lustigen Endung “@nervmich.net”. Wenn man dann nicht nur Emails empfangen, sondern auch senden will, kann man natürlich auch wieder den Umweg über Web.de gehen. Dieser Anbieter bietet aber extra ein Formular an, mit dem man mit seiner @nervmich.net-Adresse Emails schreiben kann. Und auf diese Weise bleibt man natürlich wirklich anonym, denn der Empfänger kann aus dem Email-Header nicht auf dich schließen.

  5. Kommentar von Stevie:

    Loady.de/anonym-surfen scheint den Onlineproxy nicht mehr anzubieten. Webproxy.ch hat genau die gleiche Bedienoberfläche.
    Proxify.com bietet sogar die Möglichkeit, Werbung zu entfernen. Das habe ich bei noch keinem anderen Webproxy gesehen.

  6. Kommentar von Stefan:

    Bei http://writeyourmail.com kann man ebenfalls eine anonyme email mit beliebiger Absenderadresse verschicken, es werden weder IP noch email Adresse gespeichert. Die Mails sind auch sofort angekommen, als ich es getestet habe.

  7. Kommentar von Matthias Schmidt:

    Da ich vor kurzem über ein meiner Meinung nach geniales Tool gestolpert bin, möchte ich es hier kurz erwähnen: Ich habe vor kurzem einen K-Tor Privacy Stick erworben, der es ermöglicht, innerhalb kurzer Zeit ohne zusätzliche Kosten anonym im Internet zu surfen.

    Der Support war echt klasse: Ich hatte eine Frage, die mir innerhalb kurzer Zeit und kompetent beantwortet wurde, und deshalb möchte ich diese Bezugsquelle auf jeden Fall weiterempfehlen, da ich mit dem Produkt sehr zufrieden bin.

    Blog des Anbieters: ms-it-consulting.biz/blog

    Kommentar von Stevie:
    Achtung, dies ist ein Werbe-Beitrag. Das ganze geht auch kostenlos: https://www.foebud.org/datenschutz-buergerrechte/vorratsdatenspeicherung/privacydongle/index