Abitur Prüfung 2005 – Mathe
Apr 05

Was fängt man mit 330 Minuten an? Genau, man schreibt das Deutsch-Abitur, wie es heute circa 39 000 Schüler in Baden-Württemberg von 8.00 bis 13.30 Uhr getan haben.

Schon im Vorfeld war mir eines klar: Gestaltendes Interpretieren, d.h. einen Dialog, Tagebucheintrag oder ähnlich Kreatives zu einem vorgegebenen Textauszug aus einem der Pflichtlektüren “Effi Briest” (Roman, 1895) oder “Kabale und Liebe” (Bürgerliches Trauerspiel, 1784) zu schreiben, kam für mich nicht in Frage, da mir kreatives Schreiben nicht sehr liegt. Diesselbe Einstellung habe ich zum Thema Erörterung. Die einzigen Themen, die mir im Abitur dann noch übrig blieben, waren Gedichtinterpretation und Interpretation eines Textauszuges aus den zwei Pflichtlektüren. Etwas zu analysieren und dann zu interpretieren kommt dem Ingenieurwesen auch recht nahe. Da wir Gedichte schon vor einem Jahr behandelt hatten, die zwei Pflichtlektüren aber erst kurz vor dem Abitur, fiel meine Wahl auf diese.

Vom Roman Effi Briest hatte ich nur circa 220 von 250 Seiten gelesen, wusste aber den Inhalt recht gut dank genauer Besprechung im Unterricht. Zusätzlich habe ich am gestrigen Nachmittag bis um 23 Uhr die zwei Lektürehilfen zu den Pflichtlektüren durchgelesen.

Um 6.00 Uhr hieß es dann aufstehen. Nach dem zweiten Klingeln des Weckers – welch Wunder – habe ich es geschafft, aufzustehen. Ich habe mir nochmal bis 7.20 Uhr den Inhalt beider Lektüren eingeprägt und unseren letzten Deutschaufsatz, dessen Thema die Interpretation einer Textstelle aus “Effi Briest” war, flüchtig angeschaut. Nach einem kurzen Frühstück radelte ich in die Schule. Dort angekommen ertönte wohl klingende Einmarschmusik, die ein ehemaliger Abiturient organisiert hat. Die Stimmung war recht locker.

Punkt 8.00 Uhr ging es los. Ich lese mir Wahlaufgabe 1 von 6 durch: Die Aufgabe kommt mir sehr bekannt vor – genau, das ist diesselbe Textstelle wie in unserem letzten Aufsatz, in dem ich 10 Punkte, meine Standardnote, bekam. Und die Aufgabenstellung? Auch die war genau diesselbe, lediglich am Ende um den Hinweis ergänzt, die Sprache in die Interpretation mit einzubeziehen.
Wie kann es besser kommen? Ein Thema, das ich schon im letzten Aufsatz behandelt habe. Natürlich habe ich das Thema genommen. Ich habe mir Notizen zum Aufbau meines Aufsatzes gemacht und fing um circa 10 Uhr mit der Reinschrift an. Um circa 12 Uhr hatte ich dann circa ein Drittel der gesamten Aufgabenstellung erledigt, bisher vier Seiten. Ein Drittel und schon zwei Stunden rum? Tja, das sieht schlecht aus. Aber wie immer kamen mir die besten Gedanken unter Zeitdruck und ich schrieb in den letzten 1,5 Stunden nocheinmal fünf Seiten. Der Schluss war etwas abrupt und hätte noch eine genauere Ausarbeitung benötigt, aber nichtsdestotrotz war ich Punkt 13.30 Uhr mit meinem letzten Punkt auf der neunten Seite fertig – das meiste davon hatte ich schon genau so im letzten Aufsatz geschrieben :mrgreen:

Prüfung 1 von 4 wäre somit meinem Gefühl nach recht erfolgreich abgeschlossen. Auf unseren Tischen war ein kleiner Snack vorbereitet – den ich natürlich während des Aufsatzes genüsslich verzehrt habe – unter anderem auch ein Schokomarienkäfer. Nach der Prüfung ließ ich mir die Gelegenheit natürlich nicht nehmen, alle nicht aufgegessenen Schokomarienkäfer einzusammeln. In diesem Sinne freue ich mich schon auf die morgige Mathematikprüfung.

Nachtrag: Die Abinote für Deutsch war meine beste Deutschnote (und beste Abinote) ;-)

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